Nachhaltigkeit und Material

Wo wir sind und wo wir hin wollen

Nachhaltige Produktion: Das ist mehr als die Verwendung recycelter Stoffe. Das ist ein Weg mit Kurven, Abzweigungen und Steinen. Er braucht Dialog, Fachwissen und Offenheit für neue Ideen. Wir können nicht einfach zur perfekt umweltfreundlichen Yogatasche vorspulen. Wir müssen alle Schritte gehen. Damit die Sache langfristig funktioniert.

 

Im Folgenden erfährst du, wie wir denken und arbeiten: Wir stellen unsere Kriterien für Nachhaltigkeit und unser Material vor. Und wir verraten dir, was wir uns für kaala wünschen.

Nachhaltigkeit ist ein Prozess

Wir verstehen Yoga als Anleitung. Fürs Leben und Arbeiten. Es prägt unser Wertesystem. Es hilft uns beim achtsamen Umgang mit Mensch und Erde. 

Yoga beeinflusst auch unsere Kriterien für Nachhaltigkeit:

Hier stehen wir aktuell

• Unser Yogalabel steht für Langlebigkeit, die auf drei Säulen basiert: hochwertiges Material, robuste Stoffe und zeitloses Design. Damit dich dein Yogarucksack jahrelang begleitet.

• Unsere Produkte können mehr als deine Yogamatte ins Studio transportieren: Sie stehen für Vielseitigkeit und Funktionalität. Damit sie dir das geben, was du gerade brauchst.

• Wir setzen auf recycelte Stoffe: Das Außenmaterial besteht aus 100 % recyceltem Nylon, das Innenfutter aus PET.

• Minimal Waste: Wir nutzen Material, das schon existiert und sonst im Müll landen würde. Unser Produzent in Vietnam arbeitet so, dass bei dem Zuschneiden der Stoffteile möglichst wenig Verschnitt entsteht. Wir verwenden möglichst wenig Verpackung.

• Wir wählen unsere Produzenten nach folgenden Kriterien aus: Er zahlt existenzsichernde Löhne und sorgt für angemessene Arbeitszeiten. Er hält die Regeln der Arbeitssicherheit ein und bietet Sozialleistungen (zum Beispiel: Urlaubsgeld, Mutterschaftsurlaub und Krankenversicherung). Die Näharbeiter*innen unseres Produzenten bekommen einen Lohn, der um 81 % höher ist als der Durchschnittslohn in der Region.

Unsere Strategie greift also an drei Orten gleichzeitig

1. In der Natur: Wir reduzieren die Müllmenge und den Einsatz schädlicher Chemikalien.
2. Am Produktionsort: Dein Yogarucksack kommt aus einer Fabrik mit fairen Arbeitsbedingungen.
3. Bei dir Zuhause: Du kannst deinen Konsum reduzieren, weil du ein Produkt hast, das dich lange und flexibel begleitet. Vom Yogastudio bis zum Wocheneinkauf.

Unsere Yogataschen sind zertifiziert

bluesign® approved fabric

Der bluesign® -Standard steht für eine möglichst umweltschonende und transparente textile Lieferkette; sowie für gesundheitlich unbedenkliche Endprodukte. Das Zertifikat gibt strenge Regeln für den Einsatz von Chemikalien vor.

Das Siegel garantiert, dass mindestens 90 % unserer Textilien den bluesign®-Kriterien entsprechen.

Uns ist wichtig, zu sagen: Das Zertifikat sagt nicht, dass die Endprodukte zu 100 % schadstofffrei sind. Es sind zum Beispiel bestimmte Fluorcarbone erlaubt, die Stoffe wasserabweisend machen. Sie sorgen dafür, dass deine Yogamatte bei Regen trocken im Studio ankommt. Fluorcarbone können aber toxisch wirken: Sie haben eine sehr lange Lebensdauer, können im Grundwasser landen und sogar in Pflanzen, die wir essen.

Die wasserabweisende Beschichtung unserer Yoga-Taschen enthält bisher Fluorcarbone. Wir arbeiten daran, dass sie in Zukunft grundsätzlich frei davon sind. Das wird bei der kommenden Produktionsrunde der Fall sein.

Peta Approved Vegan

Der Tierschutz ist uns genauso wichtig wie der Umweltschutz.

Deswegen gilt: Alle kaala Produkte sind vegan. Sie sind komplett frei von tierischen Bestandteilen. Kein Tier musste für unsere Taschen leiden. Bei uns gibts keine Logo-Patches oder Anhänger aus Leder. Und keine Knöpfe aus Horn oder Perlmutt. Auch die Kleber sind frei von tierischen Bestandteilen. 

Wir nutzen Material,
das schon existiert

Das ist in unseren Taschen
und Rucksäcken drin

Außen

Unsere Taschen und Rucksäcke bestehen außen aus recyceltem Nylon. Und zwar aus MIPAN regen vom koreanischen Faserspezialisten Hyosung. Das Spannende: Bei diesem Stoff gibt es keinen Downcycling-Effekt!

Unser Produzent verwendet Industrieabfälle, die bei der Produktion von Nylongarn entstehen. Aus diesen Abfällen entsteht der neue Stoff. Beim Recycling gibts deswegen keine Qualitätsverluste, wie wir das von Pre-Consumer Waste kennen (= Abfall, der beim Verbraucher entsteht).

Das ist dreifach super:

• Das recycelte Nylon ist genauso langlebig und abriebfest wie herkömmliches Nylon.

• Wir verwenden etwas, das schon existiert. Es landet also nicht im Müll.

• Die Herstellung verbraucht weniger Ressourcen als die von herkömmlichem Nylon.

Innen

Auch beim Innenfutter nutzen wir Material, das schon existiert. Es besteht aus 100 % recycelten PET-Flaschen. Der Herstellungsprozess ist zwar teuer. Aber: Er verbraucht weniger Energie und Wasser als die Herstellung von neuem Polyester.

So wählen wir
unser Material aus

Synthetische Fasern
haben Vor- und Nachteile

Für unsere Yogataschen benötigen wir Stoffe, die viel aushalten. Die sollen reiß- und abriebfest sein, damit du dein Produkt möglichst lange nutzen kannst. Gleichzeitig müssen sie leicht sein. Schließlich soll der Rucksack deine Schultern entlasten und nicht runterziehen! 


Nylon erfüllt diese Anforderungen: Es ist so robust, dass es sogar zu Kletterseilen und Fallschirmen verarbeitet wird. Auch Stoff aus recycelten PET-Flaschen hat Eigenschaften, die für Taschen praktisch sind: Er ist formstabil und langlebig. 

Die idealen Stoffe für funktionale Taschen also. Und für die Umwelt? Not so much: Nylon ist ein Polyamid. PET ist Teil der Polyester-Familie. Sowohl das Außenmaterial als auch das Innenfutter bestehen also aus synthetischen Fasern. Und die basieren auf Erdöl. Sie sind nicht biologisch abbaubar und Teil des Plastikproblems. 

Zwei Zahlen dazu: Jährlich landen 8 Millionen Tonnen Plastikabfall in unseren Meeren. (1) Es dauert 400 Jahre, bis eine PET-Flasche zu Mikroplastik zerfällt. (2)

Aber als Produktdesignerinnen wissen wir: Ohne diese und weitere Chemiefasern könnten wir den weltweiten Bedarf an Bekleidungstextilien nicht decken. Von allen weltweit produzierten Fasern sind 75 % Chemiefasern. (3) 

Bisher fehlt uns leider eine wirklich nachhaltige Stoff-Alternative, die genauso langlebig ist. Der Weg zum perfekten Material ist lang! 

Ob natürliche oder synthetische Faser: Jedes Material hat Vor- und Nachteile. Jedes Unternehmen muss also individuell entscheiden, welchen Weg es wählt. 

Unser Weg sieht so aus:

Mit den Abfällen aus der Nylonproduktion und den PET-Flaschen verwenden wir etwas, das schon existiert. Es bekommt eine neue Aufgabe und landet nicht auf dem nächsten Müllberg.

Daran arbeiten
wir im Moment

Ein Blick in die Zukunft

Was Nachhaltigkeit konkret bedeutet? Das muss jede:r für sich selbst festlegen. Es gibt leider keine allgemeingültigen Definitionen für perfektes ökologisches Handeln. Eines wissen wir jedoch: Mode ist Teil des Klimaproblems.
Der Anteil der Bekleidungs- und Schuhindustrie am weltweiten CO2-Verbrauch liegt bei acht Prozent. Das ist mehr als der komplette Flug- und Schiffsverkehr zusammen. (4) Und: Laut Greenpeace landen allein in Europa jährlich 4,3 Millionen Tonnen Kleidung im Müll. (5) Wir müssen also dringend neue Wege finden, schonender mit Mensch und Natur umzugehen.
Für kaala steht an oberster Stelle: Wir möchten schöne Produkte herstellen, die einen Nutzen für dich haben und dich möglichst lange begleiten. Langlebigkeit erleichtert es dir, deinen Konsum zu reduzieren. Während wir weniger Textilmüll produzieren.


Die nächsten Schritte sind:

• Wie oben erwähnt, arbeiten wir an einer wasserabweisenden Beschichtung, die ohne schädliche Chemikalien auskommt.

• Parallel arbeiten wir an Reparaturmöglichkeiten. Unser Wunsch: Falls dann doch mal der Reißverschluss hakt, sollte es leicht sein, ihn auszutauschen. Anstatt direkt den ganzen Rucksack entsorgen zu müssen.

Quellen
(1) Susanne Billig: Aus Plastikmüll wird Mode.
Deutschlandfunk Kultur.
(2) Andreas Stärker: So werden Plastikflaschen wiederverwertet.
Quarks.
(3)(4) Jana Braumüller, Vreni Jäckle, Nina Lorenzen: Fashion Changers.
Knesebeck Verlag, 2020.
(5) Textil-Fibel.
Greenpeace Magazin. Hamburg, 2016.